Von der Leyens Beichte: Das EU-Wirtschaftsmodell ist gescheitert
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gesteht vor französischen Unternehmern das endgültige Aus der bisherigen europäischen Wohlstandslogik ein.
Chefredakteur | Chaos is Order. Do not fear the darkness.
Auf einen Blick: Jahrelang baute der EU-Apparat sein System auf Illusionen auf: billige Importenergie, offene Weltmärkte und strategischen US-Schutz. Nun liegt diese Fiktion in Trümmern. Von der Leyen fordert Deregulierung und Schadensbegrenzung, während Chinas Subventionswirtschaft den Kontinent mit Milliardenverlusten an die Wand drückt.
Das große Ganze: Die europäische Realität ist von einer Kaskade paralleler Schocks geprägt. Hohe Energiepreise, Binnenmarktzersplitterung und unfaire Konkurrenz lähmen die Betriebe. „Für eine lange Zeit basierte das europäische Wirtschaftsmodell auf wenigen offensichtlichen Annahmen. Billige importierte Energie. Offener Welthandel. Wachsender Zugang zum chinesischen Markt. Strategischer amerikanischer Schutz. Und westlicher technologischer Fortschritt. Diese sind verschwunden“.
Die China-Falle: Peking führt Brüssel am langen Band vor. Chinesische Unternehmen kassieren bis zu achtmal mehr Subventionen als die Konkurrenz in den OECD-Staaten. Die Quittung für Europas Naivität ist ein Handelsdefizit von fast einer Milliarde Euro. Und das pro Tag.
Mittlerweile schreiben alle 27 EU-Mitgliedstaaten rote Zahlen im China-Geschäft.
Gleichzeitig sitzt Brüssel in einer extremen Rohstofffalle: Bei kritischen Rohstoffen beträgt die Abhängigkeit von China über 80 Prozent, bei Seltenen Erden sogar 90 Prozent.
Zwischen den Zeilen: Die Bürokratie in Brüssel erstickt die eigene Wirtschaft. Unternehmen zahlen doppelt: einmal durch überkomplexe Regulierung und einmal durch Konkurrenten ohne diese Lasten. Um den Kollaps abzuwenden, verspricht die Kommission eine Senkung der Verwaltungsabgaben um 25 Prozent für alle Betriebe und 35 Prozent für KMUs bis 2029. Ein bürokratisches Geständnis, dass die eigenen Regeln das Wachstum bisher systematisch sabotiert haben.
Der Energiemotor stockt: Europas Firmen zahlen zwei- bis dreimal mehr für Strom als die Konkurrenz in den USA oder China. Die Abhängigkeit von fossilen Importen kostete seit Beginn der Nahost-Krise über 50 Milliarden Euro extra – ohne eine einzige zusätzliche Energieneinheit zu liefern. Während 80 Gigawatt an erneuerbaren Kapazitäten installiert wurden, wartet das Sechsfache mangels Netzen vergeblich auf den Anschluss.
Warum es wichtig ist: Trotz enormer Ersparnisse von 10 Billionen Euro, die ungenutzt auf Bankkonten liegen, fließt das Kapital für Skalierungen massiv ins Ausland ab. Unternehmen gründen zwar in Europa, wandern aber für das nötige Wachstum in die USA oder nach Asien ab. Ohne eine radikale Kehrtwende bei Kapitalmarkt, Strompreisen und Binnenmarkthürden bleibt der EU-Wirtschaftsmotor endgültig auf der Strecke.
Ein gewohnt spätes Aufwachen eines Apparats, der die Quittung für seine eigene Realitätsverweigerung nun den Steuerzahlern präsentiert.