Auf einen Blick: Der Wiener Gesundheitsverbund lässt sich Compliance nach ISO 37301 bescheinigen und schreibt sich das Ergebnis selbst ins Stammbuch: erster öffentlicher Gesundheitsdienstleister dieser Größe in Österreich, Vorreiter in Europa, Sicherheitsnetz von internationalem Rang. Ein Persilschein für Transparenz, Korruptionsprävention und den Umgang mit öffentlichen Mitteln. Dieselbe Aussendung spricht von mehr als zwei Millionen versorgten Menschen und von „erheblichen öffentlichen Mitteln“. Die Auditkosten bleiben aber unerwähnt.
Weihrauch statt Kassensturz
Worum es geht: Die Aussendung verkauft das Siegel als Beweis für hohe Standards und hängt es an Richtlinien, Schulungen, Beratungsangebote, Kontrollen und Meldewege.
- ISO 37301 verlangt Führungsverantwortung, Risikobewertung, Schulung, Beratung, Meldewege und laufende Verbesserung.
- Quality Austria bestätigt, dass die Prozesse dem internationalen Standard entsprechen.
- Kein Betrag zu Budget, Beschaffung, Zertifizierung oder konkreten Schadensfällen.
Sicherheitsnetz als Eigenlob
Wer sagt was: Generaldirektorin Kölldorfer-Leitgeb nennt das System ein Sicherheitsnetz für die Organisation und einen klaren Rahmen im Arbeitsalltag. Dazu gehören wirtschaftlicher Mitteleinsatz, transparente Vergabe, die Vermeidung von Korruption und Interessenkonflikten sowie Regeln zu Befangenheit und Patientensicherheit.
- Ein vertrauliches Hinweisgebersystem ist eingerichtet.
- Leiter Recht und Compliance Bernhard Pisecky stellt die Unternehmenskultur in den Mittelpunkt und verweist auf Medizin und Pflege in der Stadt.
- Die Zertifizierung gilt als Umsetzung des Bekenntnisses der Stadt Wien zu Transparenz und Korruptionsprävention.
Wer sagt was: Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin Wiener Gesundheitsverbund: „Wer Verantwortung für die Gesundheitsversorgung von mehr als zwei Millionen Menschen und für erhebliche öffentliche Mittel trägt, muss besonders sorgfältig handeln. Unser Compliance-System ist ein Sicherheitsnetz. Die externe Prüfung und Zertifizierung bestätigt die Qualität dieses Sicherheitsnetzes.“
Warum das wichtig ist: Der größte Wiener Spitalsträger inszeniert ein Regelwerk als internationalen Meilenstein und bleibt aber bei den Kosten stumm. Das Zertifikat bestätigt Prozesse. Es ersetzt keine offene Rechnung über Steuergeld, Vergaben und bisherige Leichen im Keller.
Wer sich selbst den Heiligenschein zertifizieren lässt, braucht in der Aussendung keine Beträge.
Frank sagt:

