In drei Sätzen: US-Präsident Donald Trump hat Justizministerin Pam Bondi entlassen. Todd Blanche, der bisherige stellvertretende Justizminister, übernimmt nun interimistisch die Leitung des Department of Justice. Die Entscheidung fiel am Donnerstag und sorgte sofort für Spekulationen über die Gründe, die Blanche jedoch in einem Fernsehinterview klar zurückwies.
Der Auslöser: Trump bestätigte die Entlassung Bondis per Truth Social und bezeichnete sie als „Great American Patriot“ und „loyal friend“. Medien berichteten, der Präsident sei mit ihrer Amtsführung unzufrieden gewesen, insbesondere mit dem Umgang der Behörde mit den Epstein-Akten.
Wer sagt was:
- „Ich habe nie gehört, dass Präsident Trump gesagt hat, dass irgendetwas mit der Attorney General zu tun hatte, das mit den Epstein-Akten zusammenhängt“, sagte Blanche bei „Jesse Watters Primetime“.
- Zu Vorwürfen, Bondi habe den Demokraten Eric Swalwell über geplante FBI-Akten zu einer chinesischen Spionin informiert, erklärte er: „Ich würde das keine Sekunde glauben“
- Er fügte hinzu: „Wir sind ein besseres Justizministerium, wir sind als Nation sicherer, und wir sollten alle sehr dankbar sein für den Einsatz der Attorney General für dieses Land.“
Das Sittenbild: Die Entlassung ist bereits der zweite Kabinettswechsel innerhalb eines Monats nach der Absetzung von DHS-Chefin Kristi Noem Anfang März. Bondi hatte zusammen mit Blanche vor dem Kongress zu den freigegebenen Epstein-Unterlagen Rede und Antwort gestanden. Die Behörde betonte, alle Akten seien nach dem Transparency Act veröffentlicht worden und Kongressmitglieder hätten uneingeschränkten Zugang erhalten.
Zwischen den Zeilen:
- Todd Blanche betonte, dass die Epstein-Akten kein Schwerpunkt der künftigen Justizpolitik sein sollten.
- Die Regierung hat im vergangenen Jahr Millionen von Epstein-bezogenen Dokumenten bearbeitet und freigegeben.
- Trump plant offenbar, Lee Zeldin vom Environmental Protection Agency als dauerhaften Nachfolger für Bondi zu nominieren.
- Blanche lobte Bondis Opferbereitschaft und hob hervor, dass das Justizministerium unter ihrer Führung hart gearbeitet habe.
Follow the money: Keine konkreten finanziellen Angaben zu Bondis Übergang in den Privatsektor oder zu den Kosten der Kabinettsumbesetzung liegen vor. Die Entlassung selbst hat keine direkten Haushaltsauswirkungen, da Blanche bereits als hochrangiger DOJ-Beamter tätig war und interimistisch einspringt.
Die andere Sicht: Berichte der New York Times und des Daily Mail deuteten an, Trump sei unzufrieden mit Bondis Handhabung der Epstein-Files gewesen. Zudem kursierte die Behauptung, Bondi habe Eric Swalwell vorab über die Freigabe von Akten zu Christine Fang informiert. Blanche wies beide Darstellungen entschieden zurück und bezeichnete sie als unbegründet.
Warum das wichtig ist: In nur einem Monat zwei hochrangige Kabinettsmitglieder zu verlieren, signalisiert Unruhe an der Spitze der Trump-Regierung. Ob die Epstein-Akten wirklich keine Rolle spielten oder nur elegant aus dem Narrativ entfernt werden, bleibt offen. Am Ende zählt vor allem, wer die nächste Runde der politischen Säuberung überlebt.
Quellen: Fox News
