In drei Sätzen: SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler verharmlost bei seinem aktuellen Auftritt im Naturhistorischen Museum in Wien mit „Kraft durch Freude“ einen zentralen NS-Begriff. Mit seinem Sager liefert der SPÖ-Vorsitzende den Anlass für eine Debatte über schulische Grundausbildung, Geschichtsbewusstsein und die Intelligenz der handelnden Personen in der Bundesregierung. Die FPÖ kritisiert scharf die Verwendung eines Mottos der Nationalsozialisten, die für die Ermordung von Millionen Menschen verantwortlich sind.
Der Auslöser: Gemeinsam mit der interimistischen ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher sowie Katrin Vohland, Generaldirektorin des Naturhistorischen Museums in Wien, präsentierte Andreas Babler das geplante Begleitprogramm der österreichischen Kultureinrichtungen zum Song Contest. Ziel sei es, so der Minister, eine „zusätzliche Bühne für die kulturelle Vielfalt des Landes“ zu schaffen. Doch bereits in seinen einleitenden Worten sagte er: „United by Music – diese vereinigende Kraft durch Freude, Offenheit und Vielfalt, das ist die wunderschöne Idee des europäischen Song Contests, die heute wieder besonders aktuell ist, wenn man sich auch die geopolitische Lage zu Gemüte führen muss.“
Die Formulierung „Kraft durch Freude“ ließ viele Zuhörer sofort protestieren: Der Begriff ist historisch stark belastet, er bezeichnete eine zentrale Organisation im nationalsozialistischen Regime, die unter anderem Freizeitprogramme zur ideologischen Beeinflussung der Bevölkerung organisierte. Dass ein amtierender Kulturminister und Vizekanzler diesen Ausdruck – ob bewusst oder unbewusst – in einem positiven Kontext verwendet, sorgte für sichtbare Irritationen im Publikum.
Wer sagt was:
Andreas Babler (Kulturminister, SPÖ) erklärte wörtlich: „United by Music – diese vereinigende Kraft durch Freude, Offenheit und Vielfalt, das ist die wunderschöne Idee des europäischen Song Contests, die heute wieder besonders aktuell ist, wenn man sich auch die geopolitische Lage zu Gemüte führen muss.“
Christian Hafenecker (Generalsekretär, FPÖ) meinte dazu: „Da entlarvt sich der oberste Moralapostel der Nation von selbst. Ausgerechnet der marxistische SPÖ-Chef Babler, dessen Partei bei jeder Gelegenheit die ‚Nazi-Keule‘ gegen politische Mitbewerber schwingt und überall Rechtsextremismus wittert, verwendet nun selbst einen Begriff, der eine nationalsozialistische Massenorganisation bezeichnete.“
Das Sittenbild:
Andreas Babler agiert als Vizekanzler und Kulturminister, seine Partei erhebt sich traditionell zur moralischen Instanz gegen Rechtsextremismus. Genau dieser Anspruch zerbricht nun am eigenen historischen Blackout.
Zwischen den Zeilen:
- Das Ministerium veröffentlichte das Originalvideo mit dem Fehlgriff unverändert auf YouTube.
- Doch die SPÖ-Website änderte den Text nachträglich zu einer harmlosen Version.
- Kritiker erkennen darin klassische Vertuschungstaktik.
- Ein Kulturminister patzt bei einem zentralen historischen Begriff.
- Das wirft Fragen zur gesamten intellektuellen Qualität dieser Regierung auf.
Warum das wichtig ist
Derartige Aussagen entlarven die Doppelmoral der Politik-Elite. Es fehlt an historischem Tiefgang und Wissen, auch an Sensibilität im Umgang mit dem Nationalsozialismus. Österreichs Sozialdemokraten haben einen Parteivorsitzenden, der aus Ungebildetheit ein Motto der Hitler-Diktatur in seine Rede einbaut. Und 23 Medienmitarbeiter Bablers haben den Entwurf des Textes nicht beanstandet.
Andreas Babler liegt bei den aktuellsten Meinungsumfragen bei nur 7 Prozent in der Kanzlerfrage, der über ihn gedrehte und mit mehr als 500.000 Euro Steuergeld subventionierte Film floppt in den Kinos.
Link:
Bericht auf oe24
