In drei Zeilen: Seit dem vorläufigen Inkrafttreten des Mercosur-Abkommens am 1. Mai 2026 stürzen die Rindfleischpreise ab. Der niederösterreichische FPÖ-Landwirtschaftssprecher Alexander Schnabel nennt das keinen Zufall. Währenddessen versucht die ÖVP-geführte Regierung mit Teilentlastungen abzulenken und die EU schiebt ein Importverbot für belastetes brasilianisches Fleisch auf den Herbst.
Der Auslöser: Die Preise für Rindfleisch gehen seit Mercosur in den Keller. Gleichzeitig kündigt die EU ein Verbot hormon- und antibiotikabelasteter Importe aus Brasilien erst für September an. Bauern stehen unter massivem Druck durch heimische Standards und Billigkonkurrenz. Schnabel sieht blanke Verhöhnung.
Wer sagt was:
- „Während sich die Rindfleischpreise seit dem vorläufigen Inkrafttreten des Mercosur-Abkommens im Sinkflug befinden, versucht die Verliererampel die Bauern nun für gänzlich dumm zu verkaufen“, sagt FPÖ-NÖ-Landwirtschaftssprecher LAbg. Alexander Schnabel.
- Er kritisiert auch die verspätete Reaktion auf Skandale mit brasilianischem Fleisch: „Statt die Einfuhr sofort zu unterbinden, wird ein Verbot auf September verschoben.“
- Abschließend fordert er: „Mercosur stoppen und endlich Politik für unsere Bauern statt für Brüssel machen.“
Das Sittenbild: ÖVP und Bauernbund präsentieren die vorgezogene Agrardiesel-Rückvergütung als großen Wurf. Gleichzeitig sollen Bauern über höhere Sozial- und Pensionsversicherungsbeiträge rund 100 Millionen Euro zurückzahlen. Brüssel öffnet trotz bekannter Probleme den Markt für südamerikanisches Fleisch.
Das große Ganze:
- Mercosur erlaubt 99.000 Tonnen Rindfleisch pro Jahr zu reduzierten Zöllen – vor allem Edelteile.
- Das entspricht nur etwa 1,5 Prozent der EU-Produktion, trifft aber preisbildende Segmente hart.
- Preiseffekt: Experten erwarteten 2 Prozent Rückgang, die Realität zeigt deutlich mehr.
Schizophrenie der Ziele
- Fakt: Die EU verbietet Hormone und bestimmte Antibiotika, lässt aber bis September Importe zu. Mercosur tritt gleichzeitig in Kraft.
- Analyse: Kontrollen versagen offenbar regelmäßig, Bauern müssen höchste Standards einhalten, während Billigware aus fragwürdiger Produktion den Sommer über auf den Markt kommt.
- Warum wichtig: Das untergräbt nicht nur Vertrauen in Lebensmittelsicherheit, sondern zerstört die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Betriebe.
Follow the money: Die Regierung reserviert 100 Millionen Euro für Agrardiesel 2027/28 und zieht Auszahlungen vor. Parallel holt sie denselben Betrag über höhere Beiträge zur Bauern-Sozialversicherung wieder herein. Netto bleibt wenig übrig. Mercosur bringt der EU-Industrie Exportchancen – die Rechnung zahlen die heimischen Bauern.
Die andere Sicht: Befürworter des Abkommens verweisen auf begrenzte Quoten und mögliche Safeguard-Klauseln. Die EU-Kommission erwartet nur moderate Preiseffekte. Supermarktketten wie Billa oder Spar wollen weiter regional einkaufen. Dennoch: Der Markt reagiert bereits mit sinkenden Preisen.
Warum das wichtig ist: Österreichs Rinderbauern kämpfen mit hohen Kosten, strengen Auflagen und nun zusätzlichem Importdruck. Die Politik in Wien und Brüssel balanciert zwischen Handelspolitik und heimischer Landwirtschaft – bisher zulasten der Bauern. Wer echte Unterstützung will, muss Mercosur nicht schönreden, sondern stoppen.
Quelle: Aussendung

