In drei Sätzen: In den vergangenen Tagen haben sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran massiv verschärft – am Samstag kam es zu einem erneuten Schlagabtausch. Wie Barak Ravid von Axios berichtet, drohte US-Präsident Trump auf Truth Social bereits damit, den Krieg wieder aufzunehmen und „die Sache zu Ende zu bringen“.
Warum das wichtig ist: Die USA und der Iran beschießen sich wieder gegenseitig. Damit steht der ohnehin fragile Waffenstillstand erneut auf der Kippe.
Zwischen den Zeilen: Ein Grund für das Wiederaufflammen der Kämpfe scheint die unterschiedliche Auslegung der vor zehn Tagen unterzeichneten Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) zur Beendigung des Krieges zu sein – insbesondere mit Blick auf die Straße von Hormus.
Lage eskaliert: Da sich die Lage von Tag zu Tag zuspitzt, ist völlig unklar, ob die für kommenden Dienstag in der Schweiz geplante nächste Verhandlungsrunde zwischen den US-amerikanischen und iranischen Expertenteams überhaupt stattfinden wird.
Vorgeschichte im Schnelldurchlauf:
- Das Abkommen: Im Rahmen des MOU verpflichtete sich der Iran, sich nach besten Kräften für eine sichere Passage von Handelsschiffen durch die Meerenge einzusetzen. Im Gegenzug hoben die USA ihre Blockade iranischer Häfen auf.
- Die Standleitung: Während der Verhandlungen in der Schweiz in der vergangenen Woche vereinbarte die US-Delegation unter Leitung von Vizepräsident Vance mit dem Iran die Einrichtung eines „heißen Drahts“ zwischen dem US-Militär und den iranischen Revolutionsgarden (IRGC), um den Schiffsverkehr in der Meerenge zu koordinieren.
- Das Problem: Bis gestern war dieser „heiße Draht“ noch immer nicht betriebsbereit. Dennoch fordert der Iran bereits wieder, dass Schiffe ihre Durchfahrt vorab koordinieren müssen.
Die jüngsten Entwicklungen:
- Gestern Abend flog das US-Militär Angriffe auf iranische Ziele – als Vergeltung für einen Angriff auf einen kommerziellen Tanker am Samstagmorgen. Es war bereits die zweite Welle von US-Luftschlägen innerhalb von 24 Stunden.
- Der Iran reagierte auf die US-Angriffe laut Angaben der IRGC wiederum mit Drohnen- und Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain.
- Iranische Staatsmedien zitierten die Revolutionsgarden zudem mit der Drohung, noch heftigere Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus durchzuführen. Damit droht der gesamte Friedensprozess endgültig zu scheitern.
Auslöser am Samstag: Bereits am frühen Samstag hatte die Iranische Revolutionsgarde eine Angriffsdrohne auf den unter panamaischer Flagge fahrenden Tanker M/T Kiku abgefeuert. Das Schiff passierte zu diesem Zeitpunkt die Meerenge mit mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord, wie das US-Zentralkommando (CENTCOM) mitteilte.
Hier prallen schlicht geopolitischer Machtanspruch und mangelnder Wille zur echten Deeskalation aufeinander.
Frank sagt:

