Kemi Badenoch und Giorgia Meloni - Screenshot X - Runway FoB AI

Farage und ein Ex-General treiben Badenoch und Meloni vor sich her

Kaffee in Rom und Schlag gegen London.

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Chefredakteur | Chaos is Order. Do not fear the darkness.

Auf einen Blick: In Rom trafen sich Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und die britische Oppositionsführerin Kemi Badenoch zum informellen Krisengipfel. Beide stehen unter massivem Druck durch neue, starke Kräfte von rechts.

Das einstündige Treffen in einem Café im Zentrum von Rom am 24. August markiert einen strategischen Schulterschluss. Badenoch, die Meloni als „Inspiration“ bezeichnet, nutzt den Erfolg der Italienerin als Kontrastprogramm zum wirtschaftlichen Abstieg Großbritanniens unter der Labour-Regierung.

Wirtschaftlicher Rollentausch

Zwischen den Zeilen: Badenoch sparte nach dem Treffen nicht mit Kritik an der britischen Regierung. Während Italien früher als wirtschaftliches Sorgenkind galt, haben sich die Vorzeichen unter Meloni gedreht:

  • Zinsen: Italiens Kreditkosten sind mittlerweile niedriger als jene Großbritanniens.
  • Vertrauen: Märkte und Investoren setzen laut Badenoch eher auf Melonis Italien als auf ein von Labour regiertes Großbritannien.
  • Themen: Im Fokus standen Wirtschaft, Migration und die strategische Neuausrichtung des konservativen Lagers.

Das „Farage-Dilemma“ und mediale Fehltritte

Die andere Sicht: Für Wirbel sorgte ein Bericht der Times, wonach Meloni Badenoch explizit vor einem Pakt mit Nigel Farage und dessen Partei „Reform UK“ gewarnt haben soll. Die Zeitung zitierte Meloni mit den Worten, Badenoch solle „ihre Frau stehen“ und dem Druck für einen Deal mit Farage nicht nachgeben.

Richtigstellung: Quellen aus Melonis Partei „Fratelli d’Italia“ wiesen diese Darstellung scharf zurück. Meloni hege keine Feindseligkeit gegenüber Farage und mische sich nicht in britische Parteipolitik ein. Die Times musste die entsprechenden Zitate und Behauptungen mittlerweile aus ihrem Bericht entfernen. Klar ist: Ihr Umgang mit den Kräften rechts der Mitte wird für den weiteren Kurs beider Spitzenfrauen entscheidend sein.

Die nackten Zahlen: Rechts überholt Konservativ

In Großbritannien ist der Druck existenziell. Die Tories verlieren massiv an Boden gegenüber Nigel Farage.

  • Umfrageschock: „Reform UK“ liegt laut YouGov bei 24 Prozent – fünf Punkte vor den Konservativen (19 Prozent). Labour kommt auf 22 Prozent.
  • Blockade: Badenoch lehnt eine Allianz mit Farage als „monströses Hybrid“ ab. Farage wiederum erklärt, er vertraue den Konservativen schlichtweg nicht.

Italien: Die Gefahr durch General Vannacci

Meloni führt die Umfragen mit 26,4 Prozent zwar weiter an, gerät aber von rechts unter Druck.

  • Der ehemalige General Roberto Vannacci kommt mit seiner im Februar gegründeten Partei „Futuro Nazionale“ aus dem Stand auf 7,6 Prozent.
  • Das wird mit Blick auf 2027 zum Rechenspiel: Das italienische Wahlrecht belohnt Bündnisse ab 42 Prozent mit 70 Zusatzsitzen.
  • Ohne Vannacci bringt es Melonis Lager aktuell auf 42,2 Prozent – während die Linke bei 44,3 Prozent liegt.
  • Meloni steht vor der Wahl: Bindet sie Vannacci ein oder riskiert sie den Machtverlust?

Warum das wichtig ist: Damit stecken Badenoch und Meloni im selben Dilemma. Ignorieren sie die Konkurrenz von rechts außen, geht die Macht an die Linke. Suchen sie das Bündnis, verprellen sie die moderate Mitte. In Rom zeigt sich bereits: Sobald die eigene Mehrheit wackelt, werden Brandmauern schnell brüchig.

Am Ende beweisen beide vor allem eines: Überzeugungen sind verhandelbar, der eigene Dienstwagen nicht.

Frank sagt:
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