Im ersten Halbjahr 2026 lag der EU-Agrarhandelsüberschuss bei 23,9 Milliarden Euro (+1,4 Mrd. Euro zum Vorjahr). Trotz sinkender Gesamtexporte (-2 % auf 117,2 Mrd. Euro) stieg der Überschuss, weil die Importe noch stärker einbrachen (-4 % auf 93,4 Mrd. Euro).
Inhalt
Kernbilanz auf einen Blick (Januar–Juni 2026)
| Bereich | Handelsvolumen | Veränderung (YoY) | Haupttreiber |
| Exporte | €117,2 Mrd. | -2 % (-€2,2 Mrd.) | Rückgang bei Kakao, Schweinefleisch, Olivenöl |
| Importe | €93,4 Mrd. | -4 % (-€3,6 Mrd.) | Preisverfall bei Kakao, weniger Getreide |
| Handelsbilanz | +€23,9 Mrd. | +€1,4 Mrd. | Billigere Importe drücken Bilanz ins Plus |
Juni-Effekt
- 20,3 Milliarden Euro Exporte: +5 % zum Vormonat, +6 % zum Juni 2025.
- 15,7 Milliarden Euro Importe: +1 % zum Vormonat, +2 % zum Vorjahr.
- 4,6 Milliarden Euro Monatsüberschuss: Ein Plus von 24 % gegenüber Mai 2026.
Exportverlierer
- -11 % (-1,7 Mrd. €) in die USA: Einbruch auf 13,5 Mrd. Euro. Folge von Vorzieheffekten 2025 wegen US-Zollsorgen sowie Einbrüchen bei Getränken, Olivenöl und Kakao.
- -3 % (-837 Mio. €) ins Vereinigte Königreich: Kakao (-44 %), Schweinefleisch (-13 %) und Getreide (-26 %) sacken ab. Rapsöl verdoppelte sich hingegen.
- -12 % (-492 Mio. €) nach Japan: Günstigerer Tabak und Schweinefleisch-Einbruch nach dem ASP-Ausbruch in Spanien (Nov. 2025).
- -25 % (-395 Mio. €) in die VAE: Schließung der Straße von Hormuz ab März 2026 bremste Golf-Exporte. Im Juni Normalisierung.
Exportgewinner
- +28 % (+278 Mio. €) nach Ägypten: Hauptsächlich Weizenlieferungen.
- +12 % (+247 Mio. €) in die Ukraine: Stärkstes Plus bei Spirituosen.
- +26 % (+174 Mio. €) nach Indien: Sonnenblumenöl als Haupttreiber.
- +10 % (+405 Mio. €) bei Spirituosen & Likören: Global der größte Produktgewinner (Ukraine, Kasachstan, Russland).
Import-Crash
- -17 % (-3,6 Mrd. €) bei Kakao, Kaffee & Gewürzen: Kakaopreise brachen um 26 % ein.
- Afrika-Importe kollabieren: Elfenbeinküste (-19 % / -942 Mio. €), Nigeria (-46 % / -567 Mio. €), Kamerun (-43 % / -536 Mio. €) und Guinea (-94 % / -250 Mio. €).
- -15 % (-715 Mio. €) bei Getreide: Starke Rückgänge bei Weizen (-35 %) und Reis (-19 %).
- Zuwächse aus Südamerika: Brasilien legt um 5 % zu (+425 Mio. € / Soja), Argentinien verdoppelt Sonnenblumenkern-Lieferungen nach schlechten EU-Ernten.
Warum das wichtig ist: Die EU-Kommission verkauft die Zahlen als Beweis für Wettbewerbsfähigkeit. Die Fakten zeigen das Gegenteil: Wichtige Kernmärkte (USA, UK, Japan, Golf) brechen ein.
Der Überschuss steigt primär, weil Rohstoffimportpreise für Kakao kollabieren, nicht durch eigene Vertriebsstärke.
Frank sagt:


