Auf einen Blick: Ruslan Krawtschenko zieht die Reißleine und tritt als ukrainischer Generalstaatsanwalt zurück. In seiner Behörde flogen Ermittlungen gegen eine kriminelle Vereinigung auf, die systematisch Schmiergelder kassiert haben soll. Krawtschenko streitet zwar jede persönliche Verwicklung ab, räumt aber nach anfänglichem Widerstand seinen Posten.
Worum es geht: Sonderermittler deckten auf, dass ein Abteilungsleiter direkt unter Krawtschenko einen Bestechungsring angeführt haben soll. Noch am Vormittag erklärte der Generalstaatsanwalt gegenüber Medien, dass er sicher nicht freiwillig geht und man ihn schon abberufen müsse – nur wenige Stunden später folgte die Kehrtwende via Telegram.
Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument politischer Auseinandersetzungen missbraucht wird.
Ruslan Krawtschenko, Generalstaatsanwalt
Warum das wichtig ist: Die Ukraine steht unter massivem Druck, ihre Justiz sauber zu bekommen, um die westlichen Hilfsmilliarden abzusichern. Wenn der oberste Korruptionsjäger über den Sumpf in den eigenen Gängen stolpert, ist das ein verheerendes Signal an die Geldgeber in Brüssel und Washington.
Wenn der oberste Ankläger geht, weil seine eigene Truppe die Kassa plündert, ist das kein politisches Opfer, sondern ein Totalversagen.
Frank sagt:

