Auf einen Blick: Über 600.000 Haushalte im Gazastreifen stehen nach einem massiven Cyberangriff auf das Welternährungsprogramm (WFP) nackt da. Namen, Handynummern und Standorte sind in falsche Hände geraten, während die Bundesregierung erst zwei Wochen später davon erfuhr. Trotz der Sicherheitskatastrophe fließen weiterhin zweistellige Millionenbeträge aus deutschen Steuergeldern an die UN-Organisation.
Worum es geht: Die Bundesregierung wurde erst am 30. Mai 2026 über den Datendiebstahl informiert, der bereits Mitte Mai passierte. Betroffen ist die „Self-Registration Application“ (SRA), ein Tool, mit dem sich Hilfsbedürftige registrieren.
- Berlin putzt sich an der „Eigenverantwortung“ des WFP ab und gibt zu, nur begrenzten Einblick in die technische Infrastruktur zu haben.
- Besonders brisant: Die US-Datenfirma Palantir arbeitet seit 2019 eng mit dem WFP zusammen, auch wenn Berlin betont, dass Palantir beim aktuellen Leck nicht direkt die Finger im Spiel hatte.
Wer sagt was: Die Linke-Fraktion im Bundestag bohrte nach, warum Deutschland als einer der größten Geldgeber so wenig über die Datenflüsse weiß. Die Antwort aus dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) liest sich wie ein diplomatischer Schulterzug. Man nehme die Risiken „ernst“, vertraue aber auf die internen Regelwerke der Vereinten Nationen.
- Millionenregen: Allein 2025 flossen rund 44,8 Millionen Euro an WFP-Programme in den Palästinensischen Gebieten.
- Datenchaos: Die Regierung hat keine Erkenntnisse darüber, wohin die Daten nach dem Leak abgeflossen sind oder ob militärische Akteure bereits darauf zugreifen.
- Distanz zu Palantir: Während das WFP die Software nutzt, plant Berlin offiziell keine eigene Zusammenarbeit mit dem US-Konzern im Bereich der humanitären Hilfe.
Warum das wichtig ist: In einem Kriegsgebiet wie Gaza sind Wohnorte und Telefonnummern keine bloßen Datensätze, sondern potenzielle Zielkoordinaten. Dass Berlin Millionen überweist, aber bei der Datensicherheit wegschaut, entlarvt die mangelnde Kontrolle über internationale Hilfsgelder.
Wer zahlt, schafft an – außer offenbar in der deutschen Entwicklungshilfe.
Frank sagt:

