Worum es geht: Den fiktiven Währungen bei Computerspielen geht es an den Kragen: Die EU-Kommission stellt klar, dass Preistransparenz auch für virtuelle Währungen wie Münzen, Diamanten oder Edelsteine in Videospielen gelten muss. Laut EU-Kommissar Michael McGrath werden bestehende Verbraucherschutzregeln bereits jetzt so interpretiert, dass Anbieter den realen Geldwert bei In-Game-Käufen offenlegen müssen. Der kommende Digital Fairness Act (DFA) soll diese Anforderungen nun zementieren.

Zwischen den Zeilen: In der laufenden Folgenabschätzung prüft Brüssel verschiedene Ansätze, um „Schutzlücken“ bei digitalen Produkten zu schließen. Ein konkretes Szenario sieht vor, dass Preise künftig verpflichtend sowohl in der virtuellen Währung als auch in realer Währung (Euro) angezeigt werden müssen. Die Kommission verspricht sich davon mehr Rechtssicherheit und ein „Level Playing Field“, ignoriert dabei aber potenziell den Mehraufwand für Entwickler.
Der Regulierungswahn: Im Shooter Fortnite kaufen Jugendliche ihre Skins in sogenannten V-Bucks. Dank der EU muss künftig der Euro-Betrag daneben stehen. Dasselbe gilt für Robux in Roblox, Gems in Clash of Clans, FC Points in EA Sports FC, Minecoins in Minecraft oder COD Points in Call of Duty. Der Skin bleibt derselbe – nur soll statt „800 V-Bucks“ plötzlich auch „4,99 €“ im Bild stehen.
Ja, aber: Die EU behauptet, der DFA werde wichtige „Vereinfachungselemente“ enthalten, wie etwa die Reduzierung von Informationspflichten bei Verträgen für In-App-Käufe. Dennoch bleibt der Fokus auf der strikten Durchsetzung des Preistransparenzprinzips. Das Netzwerk für Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC) hat diese harte Linie bereits in seinen Grundsätzen für virtuelle Währungen verankert.
Die Anfrage: Die Abgeordnete Katri Kulmuni (Renew) zeigte sich am 9. Juni 2026 besorgt über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Gaming-Branche. Sie verwies auf rund 5.900 Spielestudios in Europa, die massiv vom Free-to-Play-Modell abhängen. Kulmuni wollte von der Kommission wissen:
- Wettbewerb: Wie wird sichergestellt, dass der DFA das Geschäftsmodell nicht unpraktikabel macht oder die globale Konkurrenzfähigkeit untergräbt?
- Verhältnismäßigkeit: Wie garantiert die Kommission eine evidenzbasierte Regulierung, nachdem der Ausschuss für Regulierungskontrolle die Vorbereitungen negativ bewertet hat?
- Nutzererfahrung: Wird verhindert, dass ständige Preisbestätigungen in Euro das Spielerlebnis ruinieren?
Ob BananenkrĂĽmmung, GlĂĽhbirnenverbot oder der Traktorsitz: Irgendwann kommt jede Illusion an die Reihe. Nun sollen Kinder und Jugendliche im Shop den eiskalten Geschmack des Euro kennenlernen.
Frank sagt:
Quellen: Antwort der Kommission als PDF (E-10-2026-002352-ASW_EN)


