In drei Zeilen: Der Hauptausschuss des Nationalrats hat mit einer breiten Mehrheit aus ÖVP, SPÖ und NEOS den erfahrenen Vorarlberger Juristen Gerald Loacker für den Europäischen Rechnungshof nominiert. Er folgt ab August 2026 auf Helga Berger in Luxemburg. Nach einem professionellen Auswahlverfahren bringt der langjährige Abgeordnete nun seine profunde Kontrollerfahrung direkt auf die europäische Ebene.
Der Auslöser: Der Weg für eine kompetente österreichische Vertretung im Europäischen Rechnungshof ist frei. Der Hauptausschuss des Nationalrats stimmte der Nominierung des 52-jährigen Juristen und Personalexperten Gerald Loacker zu. Seine sechsjährige Amtszeit in Luxemburg beginnt planmäßig am 1. August 2026.
Wer sagt was: „Er ist fleißig, unbestechlich und uneitel“, betont Christoph Pramhofer (NEOS) die Qualitäten des Nominierten, für den stets die Sache im Vordergrund stehe. Nikolaus Scherak (NEOS) untermauert, dass Loacker als langjähriger Abgeordneter umfassende „Kenntnis über die öffentliche Verwaltung und Kontrollerfahrung“ besitzt. Auch die Abgeordneten von ÖVP und SPÖ signalisierten im Ausschuss klare Zustimmung zu dieser Personalie.
Das Sittenbild: Während im Parlament sachlich über die besten Kontrollmechanismen debattiert wird, zeigt sich bei den Oppositionsparteien das übliche Bild reflexartiger Ablehnung. FPÖ und Grüne versuchen mit lautstarker Kritik, ein professionell begleitetes Auswahlverfahren madig zu machen. Doch die breite parlamentarische Basis steht hinter dem erfahrenen Praktiker.
Das große Ganze: Die Nominierung sichert Österreichs starkes Gewicht in der europäischen Finanzkontrolle.
- Fachliche Breite: Loacker vereint juristisches Know-how mit jahrzehntelanger Praxis in der Privatwirtschaft und der Gesetzgebung.
- Parlamentarische Verankerung: Als einer der aktivsten Abgeordneten der letzten Dekade kennt er die Kontrollinstrumente des Staates aus dem Effeff.
- Demokratische Legitimation: Die breite Zustimmung dreier Fraktionen im Hauptausschuss verleiht dem Mandat ein starkes Fundament.
Zwischen den Zeilen: Ein Blick auf das Verfahren zeigt, dass hier im Vorfeld höchste Qualitätsstandards angelegt wurden, um die beste Besetzung zu garantieren.
- Professionelles Scouting: Das Hearing wurde von einer spezialisierten, externen Recruiting-Agentur begleitet, um Objektivität zu gewährleisten.
- Klare Kriterien: Die Auswahl erfolgte strikt anhand eines vordefinierten Kriterienkatalogs und nicht nach politischem Gutdünken.
- Transparente Nachreihung: Nach der Absage des ursprünglich erstgereihten Budgetdienst-Chefs Helmut Berger wurde folgerichtig der nächste Top-Kandidat nominiert.
Follow the money: Die Position im Europäischen Rechnungshof ist kein Versorgungsposten, sondern harte Arbeit im Dienst der Steuerzahler. Loacker, der als geschäftsführender Gesellschafter einer Dornbirner Unternehmensberatung wirtschaftlich vollkommen unabhängig ist, stellt seine Expertise nun in den Dienst der Allgemeinheit. Er tauscht den wirtschaftlichen Erfolg in der Privatwirtschaft gegen die oft undankbare Aufgabe der europäischen Budgetkontrolle.
Die andere Sicht: Aus den Reihen der FPÖ und der Grünen wird moniert, dass das Hearing parteiintern koordiniert wurde. Man fordert eine „Entpolitisierung“ – vergisst dabei aber, dass es ein völlig normaler und demokratischer Vorgang ist, wenn Parteien ihr vertraglich zugesichertes Vorschlagsrecht intern nach besten Kriterien prüfen und vorbereiten.
Warum das wichtig ist: Der Europäische Rechnungshof braucht keine zahnlosen Bürokraten, sondern durchsetzungsstarke Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten. Gerald Loacker hat im österreichischen Parlament bewiesen, dass er Missstände offen anspricht und sich nicht weggeduckt hat. Genau diesen Fleiß und diese Unbestechlichkeit braucht es jetzt in Luxemburg, um die EU-Ausgaben transparent zu überwachen.
Das sagt Frank: Man darf sich fast darauf freuen, wenn Brüsseler Bürokraten auf einen Vorarlberger Kontrollgeist treffen, der das Kuscheln im System noch nie gelernt hat.
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