Auf einen Blick: Die ukrainische Luftabwehr steht vor dem Kollaps. Während ballistische Raketen Kyjiw treffen, fordert Präsident Selenskyj den Zugriff auf US-Arsenale.
Worum es geht: Der Ukraine gehen die Patriot-Abfangraketen aus. In seiner jüngsten Ansprache stellte Wolodymyr Selenskyj klar, dass nur die westlichen Partner die drohende Katastrophe verhindern können. „Wir brauchen Raketen für die Patriot-Systeme, und nur unsere Partner können uns diese liefern“, so Selenskyj. Die Partner wüssten genau, was fehlt, und hätten die Kapazitäten, diesen Bedarf zu decken.
Schutzlos gegen ballistische Raketen
Das große Ganze: Ein massiver russischer Angriff vor zwei Tagen legte die Schwachstellen offen. Zwar konnten 90 Prozent der Marschflugkörper abgefangen werden, doch gegen ballistische Raketen und Hyperschallgeschosse war die ukrainische Abwehr aufgrund des Munitionsmangels machtlos.
Die Konsequenzen:
- 19 Todesopfer.
- 200 beschädigte Objekte, darunter 56 Wohngebäude.
- Anhaltende Schutzlosigkeit gegenüber dem russischen Arsenal.
Selenskyj mit immensen Forderungen
Die Forderungen: Der ukrainische Präsident stellt eine klare Forderung an Washington. Um das Land über den Winter zu bringen und den Luftraum effektiv zu sichern, nennt er konkrete Zahlen aus den US-Beständen:
- 5 Prozent der US-Patriot-Bestände für eine wirksame Verteidigung im Winter.
- 10 Prozent der US-Bestände, um eine vollständige Abfangrate aller Raketen zu garantieren.
Brüsseler Rhetorik vs. Realität
Zwischen den Zeilen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierte gewohnt formelhaft. Sie bezeichnete die Lieferung von Abfangraketen als „dringendste Priorität“. Konkrete Lieferdaten oder Mengen nannte sie nicht. Auch NATO-Militärausschuss-Chef Giuseppe Dragone blieb vage und versprach lediglich, die Rüstungsproduktion „hochzufahren“ und Lieferungen zu „beschleunigen“.
Hilfe in der Ukraine: Während die Diplomaten in Brüssel und bei der NATO kommunizieren, schafft die Industrie Fakten: Der italienische Rüstungskonzern Leonardo gründet eine Tochtergesellschaft in der Ukraine, um die Präsenz vor Ort auszubauen.
Projekt Freya: Zu wenig oder zu spät?
Die Ukraine versucht unterdessen, die Abhängigkeit zu verringern. Gemeinsam mit neun europäischen Partnern wurde die Entwicklung des eigenen Raketenabwehrsystems „Freya“ gestartet. Die Rollenverteilung:
- Fire Point (Ukraine): Federführung und Entwicklung des Abfangjägers.
- Europäische Partner: Lieferung von Radar-, Führungs- und Leitsystemen.
Warum das wichtig ist: Ein erster Prototyp wird voraussichtlich erst Mitte 2027 einsatzbereit sein. Für die aktuelle Überlebensfrage im kommenden Winter ist dieses Projekt wertlos.
Die Ukraine bleibt am Tropf der US-Bestände.
Frank sagt:

