In drei Sätzen: Österreichs Gasspeicher sind nur noch zu 37,2 Prozent gefüllt – und es bleibt noch mindestens 16 Tage kalt, wenn auch nicht mehr mit extremen Tiefsttemperaturen. Die Bundesregierung ignoriert diese für Industrie und Bürger gefährliche Entwicklung offenbar – und beschäftigt sich weiter mit Orchideen-Themen und eine entbehrliche Bundesheer-Volksbefragung.
Der Auslöser: Trotz Warnungen von Experten wurden vor Winterbeginn die Gas-Vorräte nicht aufgestockt. Und: Mit der Stilllegung der Gas-Versorgung Österreichs durch russisches Gas über die Pipeline und den Gas-Hub in Baumgarten im November 2024 fehlt ein wichtiger Energie-Zulieferer.
Wer sagt was:
- „Die Gaskrise hat längst begonnen, doch viele wollen es noch nicht wahrhaben. Wenn die Bundesregierung nicht kurzfristig entschlossen eingreift, steuern wir sehenden Auges auf massive Versorgungsprobleme im kommenden Jahr zu“, warnt der bekannte Wirtschafts-Blogger Emanuel Boeminghaus auf X – die Situation in Deutschland ist noch etwas dramatischer als in Österreich (die Gasspeicher sind nur noch zu 21 % gefüllt).
- Bloomberg berichtet: „Europa steht am Rande seiner nächsten Energiekrise, nachdem die Erdgaspreise auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen sind. Es wird erwartet, dass der Gasverbrauch in Europa in diesem Monat im Vergleich zum Vorjahr um 17 % steigen wird, getrieben durch kälteres Wetter.“ Dies deutet auf eine Verteuerung um bis zu 50 % in der Heizsaison hin.
Das Sittenbild:
- Während über unnötige Volksbefragungs-Themen debattiert wird und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger zum vierten Mal in einem Jahr zu einem Fototermin in die Ukraine reist, geht der Republik das Erdgas aus:
- Laut Wetter.com wird die Kälte bis zum 10. März (maximal 7 Grad) bleiben, mit einigen wärmeren Tagen dazwischen (bis zu 14 Grad).
- Das heißt: Es muss weiter geheizt werden, auch wenn Österreichs Gasspeicher nur noch zu 37,2 Prozent gefüllt sind. Eine Energie-Krise würde weitere Betriebsschließungen erfordern und bringt damit noch mehr Arbeitslosigkeit.
Zwischen den Zeilen:
- Die ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition hat im Vorjahr offenbar nicht ausreichend dafür gesorgt, dass in den Speicherstollen genug Erdgas vorhanden ist. Stattdessen wurde eine Mini-Mehrwertsteuersenkung auf Quitten, heimische Birnen und Butter beschlossen, die den Konsumenten einige Euro Ersparnis bringen könnte.
- Und Deregulierungs-Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) wollte sich dafür feiern lassen, dass auf Almhütten künftig auch aus Eineinhalb-Liter-Flaschen die Limonade ausgeschenkt werden darf. Die Teuerung steigt weiter, auch durch die Energiekrise.
Warum das wichtig ist: Auch dieser Fall der mangelnden Gas-Vorsorge zeigt ein totales Versagen der schwarz-rot-pinken Koalition und der schwarz-grünen Vorgänger-Regierung: Die Zuleitungen des Gas-Hauptlieferanten Russland wurden von Leonore Gewessler (Grüne) und Karl Nehammer (ÖVP) abgedreht und für ebenso günstigen Ersatz konnte nicht gesorgt werden. Jeder weitere Tag ohne deutlich wärmeren Temperaturen könnte für die Republik dramatische Folgen haben.
Quelle: agsi.gie.eu
