Auf einen Blick: Am 7. September wurde der verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladić in Belgrad beigesetzt. Tausende Trauernde, eine Ehrenwache und Salutschüsse begleiteten den Sarg des ehemaligen Generals. Die EU-Diplomatie warnt derweil, dass die Verherrlichung von Völkermördern für EU-Beitrittskandidaten absolut keinen Platz hat.
Am 7. September 2026 wurde Ratko Mladić in Belgrad beigesetzt. Tausende standen Schlange an der St.-Luka-Kirche in Vidikovac. Patriarch Porfirije leitete den Gottesdienst. Danach Beisetzung auf dem Topčider-Friedhof neben der Tochter Ana.
Rückblick: Mladić kommandierte die bosnisch-serbische Armee im Krieg von 1992 bis 1995 und wurde 2017 wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt.
- Er war verantwortlich für die Ermordung von über 8.000 bosniakischen Männern in Srebrenica sowie die jahrelange Belagerung von Sarajevo.
- Am 27. August starb er mit 84 Jahren in der UN-Haftanstalt in Den Haag.
- In Belgrad wurde er nun wie ein Held verabschiedet, inklusive Segen durch Patriarch Porfirije in der Kirche St. Lukas.
Wer sagt was: Justizminister Nenad Vujić stellte klar, dass das Protokoll für einen General respektiert wird.
- Präsident Aleksandar Vučić blieb der Zeremonie zwar fern – er empfing lieber seinen usbekischen Amtskollegen –, nannte die Kritik von EU-Kommissarin Marta Kos jedoch schlicht „dumm“.
- Kos hatte ihren Besuch abgesagt, während die EU-Kommission laut Sprecherin Paula Pinho noch offen lässt, ob tatsächliche Konsequenzen folgen.
Glorifizierung, Leugnung von Völkermord und Revisionismus widersprechen den grundlegendsten europäischen Werten und haben keinen Platz in der EU oder in EU-Kandidatenländern.
European External Action Service (EEAS)
Warum das wichtig ist: Serbien zeigt Brüssel die kalte Schulter und hält am Kult um den „Schlächter“ fest. Die Beitrittsverhandlungen treten seit Jahren auf der Stelle, während Belgrad die Symbolik des Nationalismus für den Wahlkampf im Oktober nutzt. Für die EU ist das Begräbnis eine diplomatische Niederlage: Man pocht auf Werte, während der Kandidat Salutschüsse für einen verurteilten Mörder abfeuert.
Wenn Brüssel von Werten spricht und Belgrad die Salutschüsse für einen Völkermörder abfeuert, weiß man genau, wer in diesem Machtspiel gerade die Platzpatronen verschießt.
Frank sagt:

