In drei Sätzen: Während SPÖ-Funktionärinnen sich öffentlich als Retter misshandelter Frauen inszenieren, herrscht im Frauenhaus Mödling ein Klima aus systematischem Mobbing, Schikane und Psychoterror. Die Berichte von „heute.at“ haben bereits bauliche Missstände und Bossing-Vorwürfe gegen den Vorstand thematisiert. Ein bislang nicht öffentlich bekanntes, geleaktes Schreiben an Vizekanzler Andreas Babler vom 12. August 2025 legt nun die volle Dimension des Skandals offen.
Was bisher geschah: Im September 2025 berichtete „heute.at“ über schwere Mobbing-Vorwürfe gegen den Vorstand des SPÖ-nahen Frauenhauses. Die damalige Geschäftsführerin soll mit fachfremden Aufgaben überhäuft und bei Sicherheitsmängeln zum Schweigen aufgefordert worden sein. Im Jänner 2026 folgten Bilder von desolaten Zuständen: durchlöcherte Zäune, Schimmel, Dreck. Ein Neubau für Millionen Euro soll nun das Problem „lösen“.
Worum es geht:
- Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht laut dem Schreiben unter anderem Elvira Schmidt, die dritte Landtagspräsidentin des Niederösterreichischen Landtages (SPÖ) und Landesfrauenvorsitzende NÖ, die zugleich Vorstandsmitglied des Vereins des Frauenhauses Mödling ist (Vereinsregister ZVR 403162407).
- Ebenso steht der Vorwurf im Raum, dass die damalige zuständige Landesrätin für die Frauenhäuser und heutige Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig trotz Hinweisen von Mitarbeiterinnen keine wirksame Aufklärung betrieben habe. Sie hätte demnach den Fördervertrag mit dem SPÖ-geführten Verein kündigen können, wie es in anderen Fällen bereits geschehen sei.
Weitere schwere Vorwürfe: Es wird behauptet, dass Versuche der ehemaligen Geschäftsführerin, Unterstützung über die Gewerkschaft GPA zu erhalten, aufgrund parteipolitischer Verflechtungen behindert worden seien. In diesem Zusammenhang wird auf die private Beziehung zwischen Elvira Schmidt und dem SPÖ-Nationalratsabgeordneten Rudolf Silvan verwiesen. Dieser soll sich dem Vernehmen nach mit der GPA in Verbindung gesetzt haben, um seine Lebensgefährtin zu schützen und Beschwerden der ehemaligen Geschäftsführerin zu unterbinden.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eine Anzeige wegen des Verdachts auf Untreue bzw. missbräuchliche Verwendung von Fördergeldern des Landes Niederösterreich für parteipolitische Zwecke erstattet wurde. Nach den vorliegenden Informationen soll das Verfahren ohne umfassende Ermittlungen, insbesondere ohne eingehende Buchhaltungsprüfung, eingestellt worden sein. Es wird der Verdacht geäußert, dass politischer Einfluss eine Rolle gespielt haben könnte.
Exklusiv: Der nachfolgende Brief an Babler selbst war bis dato nicht in den Medien. Er stellt eine direkte, detaillierte Ausführung dar, die bisher offenbar unter der Decke gehalten wurde.
Schreiben an Parteichef Andreas Babler
Der persönliche Brief an Andi Babler:
- „Lieber Andi, ich habe lange überlegt, ob ich Dich persönlich kontaktieren soll. Normalerweise bin ich der Typ Mensch, die ihre Angelegenheiten eigenständig löst und ungern arbeitsrelevante Details nach außen trägt.“
Einordnung:
- „Ich bin seit 4 Jahren im Sozialhilfezentrum Mödling/Frauenhaus beschäftigt und ehrlich gesagt habe ich noch nie zuvor in der Privatwirtschaft eine Arbeitsstelle gehabt, in der ich so mies behandelt wurde.“
- Dieser Vereinsvorstand wird von SPÖ-Funktionärinnen dominiert.“
Über politische Vertuschung:
- „Kam es zu Problemen oder Rechtsverstößen seitens des Vereines, wurde die Angelegenheit von E. S. über ihre Funktionen in der NÖ Landespolitik ‚klein gehalten‘.“
Der psychische Druck:
- „Ich bin seit (…) 2024 im Krankenstand, psychisch am Ende und nicht arbeitsfähig. (…) im SPÖ-Vereinslokal in Brunn am Gebirge so fertig machten, dass eine psychiatrische Einweisung drohte.“
- „Ich arbeitete jahrelang in einer Opferschutzeinrichtung (…) und war ebenfalls Opfer von Gewalt nämlich institutioneller Gewalt der SPÖ Funktionärinnen.“
Zur Rolle von Gabriele Steiner & Elvira Schmidt:
- „(…) alles andere lag in den Händen von Gabriele Steiner, der besten Freundin von Elvira Schmidt die von Sozialer Arbeit genauso viel Ahnung und Verständnis hat wie ich von der Weltraumforschung (…).“
Finanzielle Unregelmäßigkeiten:
- „Während meines Krankenstands kontaktierte mich die Kriminalpolizei Mödling, um als Zeugin auszusagen – es lag eine anonyme Anzeige bei der WKSTA wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten der Fördermittel und Spendengelder vor.“
Go deeper:
- Heute.at: Mobbing-Vorwürfe – Frauenhaus-Chefin „soll Mund halten“
- Heute.at: Schlimme Zustände: „Darf nicht mal Putzfrau anstellen“
Ausblick: Der Vorstand wurde in der Vergangenheit mehrfach konfrontiert – intern, über die Landesrätin, über Gewerkschaft und schließlich gerichtlich. Reaktion? Es wird geschwiegen. Während Frauen Schutz suchen, ist die Stimmung im Haus dank der SPÖ-Funktionärinnen toxisch. Und das alles auf Kosten der Steuerzahler.
Ein geleaktes Schreiben, das Babler offenbar nicht zum Handeln bewegt hat. Wie lange soll dieser rote Sumpf noch von öffentlichen Geldern leben?
Frank sagt:

