Mandls Europa-Geflecht: 81.000 Mitglieder gemeldet, tatsächlich 1738 da

Österreich will sechs Millionen retour, aber der Verein "Bund Europäischer Jugend“ (BEJ) ging pleite.

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Chefredakteur | Chaos is Order. Do not fear the darkness.

Auf einen Blick: Der Bund Europäischer Jugend warb jahrzehntelang für ein vereintes Europa und kassierte dafür Millionen an Steuergeld. Im Sommer ging der Verein pleite. Jetzt will die Republik 6.055.129,25 Euro zurück, gerechnet bis 2001. Bei zwei Kontrollen blieb statt der gemeldeten rund 81.000 Mitglieder eine Liste mit 1738 Namen. Die Gläubiger sehen laut Insolvenzverwalter keinen Cent.

Wer sagt was: Geschäftsführerin Kati Schneeberger (Grüne) hat der „Krone“ gesagt, die Förderzusage habe zu lange gedauert, deshalb die Insolvenz.

  • Das Familienministerium legt nach den Stichproben etwas anderes auf den Tisch. Der Antrag war nicht abgelehnt. Er lag in Prüfung. Jedes Jahr nimmt das Kanzleramt bei Empfängern der Bundesjugendförderung Stichproben. Heuer traf es zwei Vereine: Bei „Jugend für eine geeinte Welt“ stimmten die Angaben. Beim BEJ nicht.
  • Gemeldet: Über Jahre rund 81.000 Mitglieder, auffällig oft auf den Kopf genau. Für die Förderung braucht es mindestens 3000 glaubhaft gemachte Mitglieder. Mehr Köpfe, mehr Geld.
  • Geblieben: Am 29. Mai und am 15. Juni 2026 blieben nach Angaben des Familienministeriums 1738 nachweisbare Namen. Weniger als die Hälfte der Schwelle. Rund 79.000 Mitglieder zu viel auf dem Papier.
  • Zurückgeholt: Für 2021 bis 2025 hat sich das Kanzleramt im Insolvenzverfahren mit mindestens 1.644.878,80 Euro angeschlossener Bundesjugendförderung angemeldet. Die Finanzprokuratur will bis 2001 zurück, samt 4.410.250,45 Euro aus den Jahren 2001 bis 2020. Summe: 6.055.129,25 Euro.

Das Geflecht: Wie die Zahl wuchs, hat Schneeberger selbst angedeutet. Dem BEJ waren zahlreiche eigenständige Vereine angeschlossen, deren Mitglieder über die Statuten dem Dachverband zugerechnet wurden.

  • Die EFB saß laut Schneeberger im Vorstand des BEJ, umgekehrt hatten junge BEJ-Funktionäre Positionen in der EFB.
  • Der EU-Abgeordnete Lukas Mandl führt die Erwachsenenorganisation.
  • Der Jugendverein kassierte.
  • Politisch sitzt Claudia Bauer (ÖVP) im Kanzleramt auf Jugendförderung und Europa zugleich.

Zwischen den Zeilen: Viel davon dürfte im Konkurs nicht zu holen sein. Das Ministerium behält sich „weitere Schritte gegenüber Verein und Geschäftsführung“ vor. Weil die Kontrollen zwei Jahre in Folge in einer Rückforderung endeten, wird das Fördersystem umgebaut.

  • Der Begriff „Mitglied“ soll konkretisiert werden, Nachweise schon bei der Antragstellung. Politisch sitzt Claudia Bauer (ÖVP) im Kanzleramt auf Jugendförderung und Europa zugleich.
  • Das Haus sagt, es gebe keinen Rechtsanspruch auf die Bundesjugendförderung, die Mittel kämen dorthin, wo sie „den größtmöglichen Nutzen für junge Menschen“ entfalten.

Skandal mit Ansage.

Michael Schnedlitz, FPÖ-Generalsekretär:

Warum das wichtig ist: Die Bundesjugendförderung zahlt nach Köpfen. Hier standen jahrzehntelang Köpfe in der Meldung, die bei der Kontrolle nicht in der Liste waren. Das Geld kam aus eurer Kassa. Bauer lässt jetzt zurückfordern, nachdem die Zahl geplatzt ist.

Erst die Mitglieder auf dem Papier, dann das Geld aus der Kassa und wenn die Liste platzt, war die Förderzusage zu langsam.

Frank sagt:
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