In drei Sätzen: Nur noch 7 Prozent der Österreicher würden den NEOS bei einer aktuellen Nationalratswahl die Stimme geben, bei den Rohdaten der Demoskopen der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 kämen die Pinken auf nur noch 5 Prozent – sie müssten so um ihren Verbleib im Parlament zittern, die Grenze für den Einzug ins Parlament liegt seit 1992 bei 4 Prozent. Besonders heftig fällt die Ablehnung der Parteichefin aus: Beate Meinl-Reisinger kommt in der aktuellen Kanzlerfrage auf nur noch 6 Prozent (minus ein Prozentpunkt). SPÖ-Chef Andreas Babler schneidet mit 7 Prozent kaum besser ab, Herbert Kickl (FPÖ) ist mit 34 Prozent (erneut plus 2 Prozentpunkte) mit Abstand an der Spitze.
Der Auslöser:
- Die Performance der linken Kleinpartei kann aktuell nicht wirklich als gelungen bezeichnet werden. Die Parteiobfrau und Außenministerin reist durch Afrika und verteilt Steuergeld in Syrien und in der Ukraine, gegen ihren Ex-EU-Botschafter und Porno-Blogger ermittelt die Staatsanwaltschaft, und Meinl-Reisinger schickt ihre Sektionschefin im Außenamt zu einem Handshake-Foto auf die Seychellen.
- Dazu beschimpft ihr EU-Abgeordneter Helmut Brandstätter aktuell im Nationalrat in Wien die Parlamentarier („Haltet den Mund!“), und Deregulierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn hat bisher nur wenig von seinen vielen Ankündigungen durchsetzen können.
- Eigentlich verwundert es bei dieser Leistungsbilanz, dass die NEOS noch immer von 7 Prozent der Österreich gewählt werden könnten.
Zwischen den Zeilen: Bei der Nationalratswahl 2017 kamen die NEOS auf 5,3 Prozent – neun Jahre später sind sie trotz Millionenaufwand noch immer auf diesem Niveau.
- Die NATO-Anbiederung der Parteichefin kommt gar nicht gut an – mehr als 80 Prozent der Österreicher sind weiter für den Erhalt der Neutralität.
- Die primitiven Verbalattacken gegen andere Politiker, aber auch die offenen Angriffe gegen Journalisten beschädigen das Image der Kleinpartei noch zusätzlich. So bezeichnete selbst Parteichefin Meinl-Reisinger kritische Journalisten als „Trolle“.
Das große Ganze: Die NEOS werden weiterhin von den beiden Koalitionspartnern ÖVP und SPÖ als notwendige Mehrheitsbeschaffer geduldet werden, ein Ende der Dreierkoalition ist aufgrund der Tatsache eines dann folgenden desaströsen Neuwahl-Ergebnisses kaum vorstellbar.
Warum das wichtig ist: Die Truppe der NEOS-Chefin kann also selbst bei steigender Ablehnung weiterwursteln, die pinken Minister und Staatssekretäre beziehen weiter Traumgagen. Jeder Förderer dieser Fraktion, die von Kritikern bereits nicht sehr wertschätzend Chihuahua-Partei genannt wird, muss sich aber eingestehen: Die Zukunftsprognose für die NEOS fällt dunkelschwarz aus.
Quelle: oe24 (2.000 Befragte 13. bis 21. 4.)
