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Türkei: IS-Anhänger aus Wien stirbt am Busbahnhof Sultanbeyli

Der Busbahnhof in Sultanbeyli ist das Ende der zweiten Chance.

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Chefredakteur | Chaos is Order. Do not fear the darkness.

Auf einen Blick: Am 3. September 2026 zieht der österreichisch-türkische Doppelstaatsbürger Berkan Çil am Busbahnhof Sultanbeyli in Istanbul die Pistole und eröffnet das Feuer auf die Polizei. Beim Schusswechsel wird er getötet. Die türkischen Behörden führen den in Österreich 20-, in der Türkei 21-Jährigen als Anhänger des Islamischen Staates und werfen ihm vor, einen Anschlag in der Türkei geplant zu haben. Ein Passant gerät ins Kreuzfeuer. Die Istanbuler Valilik spricht nur von einer Verletzung, Habertürk von einem Toten: Tahsin Polat, 49 Jahre alt.

Worum es geht: Berkan Çil ist österreichisch-türkischer Doppelstaatsbürger. Die Direktion Staatsschutz und das Wiener Landesamt für Staatsschutz haben ihn seit 2025 im Auge, weil er nach Ägypten reisen wollte, um sich dem IS anzuschließen.

  • Im Mai 2025 wird er festgenommen und bleibt bis November in Untersuchungshaft. Im März 2026 holen ihn die Behörden wieder, weil er sich trotz Waffenverbots für Waffenkäufe interessiert.
  • Ende Mai verurteilt ihn das Gericht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen und kriminellen Organisation und wegen Verstößen gegen das Waffengesetz zu 16 Monaten teilbedingter Haft.
  • Die Untersuchungshaft wird angerechnet, und er kommt unter Auflagen frei.

Hintergründe: Zu den Auflagen gehören Meldepflichten und die Teilnahme am Deradikalisierungsprogramm von DERAD. Auslandsreisen sind ihm verboten, dennoch reist er im Juli 2026 in die Türkei. Nach einem Hinweis aus Wien wird er dort festgenommen und von der türkischen Justiz später unter Auflagen wieder entlassen. In Österreich gilt danach ein Haftbefehl, und ein Verfahren zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft läuft bereits.

Der Einsatz: Zuerst durchsucht die Polizei zwei Adressen in Pendik und Tuzla. Çil flieht, kauft am Otogar von Sultanbeyli ein Busticket und wollte die Stadt verlassen. Als die Beamten ihn festnehmen wollen, eröffnet er das Feuer und geht hinter einem Auto in Deckung. Bei ihm finden sie ein Seil. In der Wohnung stoßen die Ermittler auf Komponenten, die als Grundlage für die Sprengstoffproduktion gelten. In Tuzla wird ein mutmaßlicher Komplize festgenommen, G.Ç., 48 Jahre alt. Bei ihm liegen eine unregistrierte Pistole, 200 Schuss 9-Millimeter-Munition und digitale Datenträger.

Warum das wichtig ist: Der Staat setzt auf Kurse und Meldezettel und nennt das Kontrolle. Berkan Çil hält sich an keine einzige Auflage und steht mit einer Pistole am türkischen Busbahnhof. Die Rechnung zahlt nicht das Justizministerium, sondern ein Mann namens Tahsin Polat, der in den türkischen Berichten einmal als Verletzter und einmal als Toter genannt wird.

Wien hat ihn in die Deradikalisierung gesteckt. Die Türkei hat ihn zur Strecke gebracht.

Frank sagt:
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