WKW-Studie: Sensible Gesundheitsdaten bald im Ausverkauf

Sujetbild Gesundheitsdaten - PublicDomainPictures - Pixabay

„Gesundheitsdaten sind hoch sensibel, haben aber großes wirtschaftliches Potenzial.“

Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck (Anm.: Wirtschaftsbund Wien – ÖVP Wien) betont in seiner Aussendung, dass, „Milliarden an Daten“ wirtschaftlich nicht genutzt werden. Daher vergab die Interessenvertretung der Wiener Unternehmer eine sogenannte Auftragsstudie an ein Institut namens empirica mit Sitz in Deutschland.

Erwartungsgemäß berechnete das Institut einen Mehrwert durch die Nutzung von sensiblen Gesundheitsdaten. Laut der Studie schafft die Verwendung eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von 132 Mio. Euro. Das Institut erwartet sogar bis 2025 rund 1,4 Milliarden Euro an Einsparungen. Begründet wird dies durch kürzere Krankenhausaufenthalte, wenn Krankheiten früher erkannt werden. Wie diese erkannt werden sollen, ist der Aussendung nicht zu entnehmen.

"In der Einleitung zur vorliegenden Studie haben wir darauf hingewiesen, dass die Nutzung und Verwertung von Gesundheitsdaten in einem gegebenen nationalen System auch mit Kosten verbunden sind."
empirica

Gesundheits-App a la „Grüner Pass“

„Gesundheitsapps“ könnten „eine wichtige Rolle“ spielen. Zur Erinnerung ein kurzer Rückblick und Vergleich: Die Entwicklung der IT-Infrastruktur für den „Grünen Pass“ kostete knapp 2 Millionen Euro. Die eigentliche App war danach ein Schnäppchen: 55.000 Euro Entwicklungskosten und etwa 50.000 Euro Betriebskosten pro Jahr.

Gesundheitsdaten sind höchst sensibel

Diese personenbezogenen Daten gelten als „sensibel“:

  • Genetische Daten,
  • Biometrische Daten, die ausschließlich zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person verarbeitet werden sowie
  •  Gesundheitsdaten.

WKW-Argumente auf einen Blick

Ein leichter Zugang zu sensiblen Gesundheitsdaten bringt folgende Vorteile

  • Steigerung der Forschungsaktivität am Wirtschaftsstandort Wien,
  • Teilnahme an EU-Forschungsprogrammen
  • Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz (KI)
  • Steigerung von Patentanmeldungen
  • Mehr wissenschaftliche Publikationen
  • Mehr Unternehmensgründungen

Fazit und Ausblick

Die Wirtschaftskammer betont zwar, dass Gesundheitsdaten sensibel sind, jedoch liegt der Fokus der Studie auf den Interessen der Unternehmer. Eine Modernisierung der Abläufe im Gesundheitssektor erscheint sinnvoll, jedoch fehlt der Aussendung es an weiteren Inhalten. Die Kosten für die Studie wurde von der Wirtschaftskammer Wien nicht offengelegt.

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