In drei Sätzen: Die bank99 nutzt den Valentinstag für eine Umfrage und entlarvt das Sittenbild der heimischen Beziehungen. Während die Banken von finanzieller Transparenz schwärmen, streitet jedes fünfte Paar regelmäßig über das liebe Geld. Die Fassade der Offenheit bröckelt bei genauerem Hinsehen, denn Männer verschweigen finanzielle Details deutlich häufiger als Frauen.
Der Auslöser: Pünktlich zum Valentinstag präsentiert die bank99 eine Umfrage unter 400 Personen zum Thema Geld und Liebe. Man möchte sich als Beziehungsratgeber inszenieren, während das Volk über Kontenmodelle diskutiert.
Wer sagt was: Bernhard Hohenegger (Vorstand Markt, bank99) lässt ausrichten: „Geld ist in vielen Beziehungen nach wie vor ein sensibles Thema“. Er ergänzt, dass Paare mit regelmäßiger Kommunikation deutlich weniger Konflikte hätten und Transparenz eine gute Grundlage für eine stabile Beziehung sei. Die Realität zeigt jedoch, dass 77 Prozent der Befragten unterschiedliche Einstellungen zu Geld als ernsthafte Belastung empfinden.
Das Sittenbild: Die Sehnsucht nach finanzieller Unabhängigkeit ist groß, doch die Gier spielt mit. Während 74 Prozent finanzielle Eigenständigkeit attraktiv finden, geben drei Viertel der Befragten offen zu, dass Geld sexy macht. Es ist die pure Materialisierung der Romantik im krisengeschüttelten Österreich.
Zwischen den Zeilen:
- Nur 28 Prozent der Paare vertrauen einander genug für ein gemeinsames Konto.
- Männer nehmen es mit der Wahrheit beim Kontostand weniger genau als Frauen.
- Akademiker geben sich mit 75 Prozent besonders offen, während der Rest der Bevölkerung schweigt.
Follow the money: Die bank99 gehört zu 90 Prozent der Österreichischen Post AG und verwaltet die Finanzen von rund 300.000 Kunden. Hinter der Umfrage steht das Ziel, Gemeinschaftskonten und Kredite für die 1.700 Filialstandorte zu bewerben.
Warum das wichtig ist: Wenn Banken anfangen, Beziehungsratschläge zu erteilen, geht es selten um Liebe und meistens um Gebühren. Die finanzielle Abhängigkeit wird hier als Attraktivitätsmerkmal verkauft, was tief in die seelischen Abgründe einer durchökonomisierten Gesellschaft blicken lässt.
Quellen:
