In drei Zeilen: Der Kurier macht sich mal wieder zum nützlichen Idioten der Rüstungslobby und bietet dem dänischen Ex-NATO-Chef Anders Fogh Rasmussen eine breite Bühne für seine gefährlichen Fantasien. Rasmussen fordert nichts Geringeres als das Ende der Neutralität für Staaten wie Österreich und eine massive Aufrüstung auf 5 Prozent des BIP. Ein brandgefährlicher Spin, der den Kontinent direkt in eine dauerhafte Kriegswirtschaft treiben soll.
Der Auslöser: Pünktlich zum Europa Forum Wachau darf Rasmussen im Kurier-Interview den moralischen Zeigefinger heben. Er nutzt die geopolitische Lage, um Druck auf neutrale Staaten auszuüben und sie in einen Blockzwang zu drängen, den er als „existentiellen Kampf“ verkauft.
Wer sagt was: „Es ist nicht möglich, neutral zu bleiben“, erklärt Rasmussen (Ex-NATO-Chef) dem Kurier ins Notizbuch. Er fordert eine „Koalition der Willigen“, angeführt von den Atommächten Frankreich und Großbritannien. Dass Deutschland massiv investieren müsse, um Frankreich zu überholen, nimmt der Kurier ohne kritisches Nachhaken als gottgegeben hin.
Das Sittenbild: Es ist das klassische Spiel der Meinungsmacher: Der Generalsekretär der NATO, der heute mit seiner Firma „Rasmussen Global“ Regierungen berät, darf seine geschäftsdienlichen Ansichten als moralische Notwendigkeit tarnen. Der Kurier liefert dazu die passende Kulisse, um den Boden für eine Politik zu bereiten, die über die Köpfe der Bürger hinweg entscheidet.
System füttert sich:
- Fakt: Die NATO-Staaten planen, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf 5 Prozent des BIP hochzuschrauben.
- Analyse: Während Rasmussen von „Werten“ fantasiert, geht es um eine gigantische Umverteilung von Steuergeldern in die Taschen der Rüstungsindustrie.
- Warum wichtig: Diese Forderung sprengt jeden Sozialhaushalt und dient primär dem militärisch-industriellen Komplex.
Das große Ganze: Rasmussen skizziert eine radikale Neuordnung, die Europa in einen dauerhaften Verteidigungszustand versetzt:
- Massive Aufrüstung weit über das bisherige 2-Prozent-Ziel hinaus.
- Integration der Ukraine als „stärkste Militärmacht“ in europäische Strukturen.
- Schaffung eines „D-7“-Blocks zur ökonomischen und militärischen Abschottung.
- Abschaffung des Veto-Rechts bei militärischen Operationen, um kleine Staaten mundtot zu machen.
Zwischen den Zeilen:
- Hinter dem Begriff der „konstruktiven Enthaltung“ verbirgt sich die totale Entmachtung nationaler Parlamente.
- Rasmussen bezeichnet Putins Drohungen als „Bluff“, während er gleichzeitig einen nuklearen Schutzschirm für ganz Europa fordert – ein logischer Offenbarungseid.
- Die Ukraine wird als „Bollwerk“ instrumentalisiert, um neue Hightech-Waffen unter Realbedingungen zu testen.
Follow the money: Wer profitiert von 5 Prozent BIP für Rüstung? Sicher nicht der Steuerzahler. Rasmussen, der heute als Berater Geld verdient, trommelt für ein System, in dem Deutschland allein mehr investiert als zwei Atommächte zusammen. Es ist ein Konjunkturprogramm für den Krieg, das der Kurier hier brav mitbewirbt.
Die andere Sicht: Neutralität ist kein „Vortäuschen“, wie Rasmussen behauptet, sondern eine völkerrechtliche Schutzfunktion. Wer sie aufgibt, wird zum legitimen Ziel und verliert die Fähigkeit, als Vermittler in einer immer wahnsinniger werdenden Welt aufzutreten.
Warum das wichtig ist: Dieser Artikel im Kurier ist kein harmloses Interview, sondern ein Testballon für den Abbau demokratischer Mitsprache. Wenn Rasmussen fordert, Mitglieder auszuschließen, die den „Anforderungen nicht gerecht werden“, meint er die totale Unterwerfung unter ein militärisches Diktat.
Kritische Zusammenfassung: Der Kurier lässt sich vor den Karren eines Lobbyisten spannen, der die Neutralität Österreichs für seine geopolitischen Schachspiele opfern will. Rasmussen liefert die harten Töne, das Blatt den passenden Rahmen, und am Ende soll der Bürger für eine Weltordnung bezahlen, die nur aus Panzern und Drohnen besteht. Wer solche Freunde im Journalismus hat, braucht für den nächsten Krieg wahrlich keine Feinde mehr.
Quellen: kurier.at

