In drei Sätzen: Bundesministerin Klaudia Tanner hat im ersten Quartal 2026 für ihr Kabinett und Generalsekretariat fast 845.000 Euro an Personalkosten und Überstunden verbraten. Eine parlamentarische Anfrage deckt auf: Statt Entbürokratisierung bläht sich Tanners Stab auf 36 Mitarbeiter auf. Ein NÖ-Landesbediensteter führt das vermeintlich sparsame Konstrukt.
Der Auslöser: Die FPÖ wollte es genau wissen: Wie viel kostet uns eigentlich das Kabinett der Verteidigungsministerin? Abgeordnete Schnedlitz fragte nach „Personalkosten und Entbürokratisierung“ in Tanners Stab. Es zeigt ein ganzes Stück Wahrheit hinter dem vermeintlichen Sparkurs.
Wer sagt was: „Da dem… Kabinett und Generalsekretariat… zusätzliche Aufgaben zugeordnet sind, standen 28 weitere Bedienstete… zur Verfügung“, schreibt Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP).
Das Sittenbild:
- Im Verteidigungsministerium tummeln sich unter dem Dach des „Kabinett und Generalsekretariat“ (KBM&GS) ganze 36 Leute.
- Acht davon sind der „unmittelbare Mitarbeiterstab“, darunter der Kabinettschef.
- Weitere 28 dienen als Referenten, Sachbearbeiter, Sekretariatskräfte, Kraftfahrer und „sonstige Hilfskräfte“. Eine Heerschar von Helfern.
- Für die Öffentlichkeitsarbeit sind drei Personen im Einsatz, deren Kosten ebenfalls in den Gesamtsummen versteckt sind.
Keine Doppelverrechnung: Schreibt man. Trotz dieser Personalstärke wurde im ersten Quartal 2026 ein Überstundenberg von über 83.000 Euro angehäuft. Da fragt man sich: Arbeiten die 36 zu wenig oder haben sie einfach zu viel zu tun?
Das große Ganze: Die Ministerin betont, die Zusammenlegung von Kabinett und Generalsekretariat führe zu „personellen Ressourceneinsparungen“. Ein Schelm, wer da an PR-Sprech denkt. Denn 36 Personen, die zusammen fast 845.000 Euro in drei Monaten kosten, wirken kaum wie ein Musterbeispiel an Effizienz. Allein im März schossen die Kosten für den „unmittelbaren Mitarbeiterstab“ um über 12.000 Euro hoch, für die „weiteren Bediensteten“ sogar um satte 85.000 Euro.
Zwischen den Zeilen:
- Der Kabinettschef Roman Markhart war laut Anfrage kein Bundesbediensteter im eigentlichen Sinn. Er ist „vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung abgeordnet“.
- Sein „Leihentgelt“ entspricht einem „All-in Sondervertrag“ der Bewertungsgruppe v1/5 für Büroleiter. Man zahlt dafür „keine über die monatlichen Vollkosten hinausgehenden Entgelte“ an das Land NÖ.
- Ein cleveres Konstrukt. Ein hochrangiger Posten, besetzt mit einem Landesbeamten, der nicht direkt über den Bundeshaushalt läuft, dessen Kosten dort aber aufschlagen.
Follow the money:
- Der „unmittelbare Mitarbeiterstab“ kostete im Quartal 180.961,95 Euro.
- Die 28 „weiteren Bediensteten“ schlugen mit 580.020,19 Euro zu Buche.
- Gesamte Personalkosten des KBM&GS im ersten Quartal 2026: 760.982,14 Euro.
- Dazu kamen noch 83.673,38 Euro für Überstunden.
- Das macht summa summarum 844.655,52 Euro.
- Fast eine Million Euro in drei Monaten. Für 36 Leute.
Die andere Sicht: Die Ministerin betont, dass „kein eigenes Generalsekretariat eingerichtet“ ist und dies zu Einsparungen führe. Man spart also, indem man die Leute anders parkt. Der Kabinettschef aus Niederösterreich wird als organisatorischer Kniff dargestellt, nicht als versteckte Personalie. Die Kosten für Pressearbeit sind „inkludiert und daher nicht zusätzlich angefallen“. Eine saubere, aber auch irreführende Formulierung, da sie zuerst separat aufgeführt werden.
Warum das wichtig ist: Wenn ein Ministerium behauptet, Ressourcen einzusparen, während es fast eine Million Euro in drei Monaten für einen Stab von 36 Leuten ausgibt, dann ist das ein Schlag ins Gesicht jedes Steuerzahlers. Der Bürger hat ein Recht zu erfahren, wohin sein Geld wirklich fließt, ohne solche Rechentricks.
Das sagt Frank: Sparpolitik? Eher: Goldene Toiletten mit Steuergeld.
Quellen:
• Parlamentarische Anfragebeantwortung
• Original Dokument (PDF)

