In drei Zeilen: Was für ein absurdes Theater am Wiener Judenplatz: Anne Applebaum lässt sich am 13. Mai 2026 von der Erste Stiftung und den Wiener Festwochen als moralische Instanz inszenieren. Während sie vor russischen Agenten und Trump warnt, übersieht sie geflissentlich, wer die Rechnung für ihr Catering zahlt. Eine Journalistin als PR-Agentin für das Establishment.
Der Auslöser: Die jährliche „Rede an Europa“ sollte eigentlich kritischer Geist sein, verkommt aber zur reinen Selbstbeweihräucherung der Wiener Schickeria. Dass eine renommierte Historikerin wie Applebaum ausgerechnet unter dem Banner einer Großbank über Freiheit philosophiert, zeigt, wie tief der intellektuelle Ausverkauf bereits fortgeschritten ist.
Wer sagt was:
- „Wir haben nichts zu verlieren. Wir haben alles zu gewinnen“, meint Boris Marte von der Erste Stiftung und versucht, der Veranstaltung einen Hauch von Schicksalshaftigkeit zu verleihen.
- Anne Applebaum warnt derweil vor der „Schrumpfung der Demokratie“, während sie zeitgleich auf der Gehaltsliste jener Institutionen steht, die den Status quo zementieren.
- Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, setzt mit wirren Rufen nach „neuen Göttern“ noch einen drauf – das klassische linksliberale Phrasendreschen ohne Substanz.
Das Sittenbild: Man trifft sich am Judenplatz, umgeben von Geschichte, und nutzt das Leid der Vergangenheit als wohlfeile Kulisse für die eigene Wichtigkeit. Vorne sitzen die Honoratioren im feinen Zwirn, während im Hintergrund die PR-Maschinen der Sponsoren heißlaufen. Ein peinliches Spektakel der moralischen Überlegenheit, finanziert durch jene Kapitalströme, die Applebaum eigentlich kritisch hinterfragen müsste.
System füttert sich:
- Fakt: Die Erste Stiftung tritt als Hauptinitiator und Finanzier der Veranstaltung auf.
- Analyse: Eine Bank, die als Hüterin der europäischen Werte und der Demokratie auftritt, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Während Applebaum vor der Korruption durch russisches Geld warnt, lässt sie sich von einem Finanzriesen einspannen, dessen Stiftung der Imagepflege dient.
- Warum wichtig: Wenn der investigative Geist durch Bankensponsoring ersetzt wird, brauchen wir uns über Moral keine Gedanken mehr machen.
Das große Ganze: Applebaums Analyse ist so vorhersehbar wie eine Gemeinderatssitzung in Waidhofen:
- Trump ist gefährlicher als je zuvor.
- Russland ist böse.
- Die EU ist eine „Errungenschaft“.
Zwischen den Zeilen:
- Hinter der Warnung vor „illiberalen Kräften“ verbirgt sich die nackte Angst des Establishments vor dem Kontrollverlust.
- Applebaum fordert europäische Social-Media-Plattformen – ein technokratischer Traum, der in der Realität an der eigenen Bürokratie scheitern würde.
Die andere Sicht: Natürlich könnte man sagen, es sei wichtig, dass überhaupt über Europa gesprochen wird. Dass namhafte Intellektuelle nach Wien kommen, um Impulse zu setzen. Doch wenn der Impuls nur daraus besteht, die bestehenden Machtverhältnisse zu rechtfertigen, ist der Erkenntnisgewinn gleich null.
Warum das wichtig ist: Dieser Auftritt markiert den endgültigen Tod der unabhängigen Intellektuellen. Wenn sich eine Frau von Applebaums Format für eine Bank-PR-Show hergibt, hat sie ihre Glaubwürdigkeit am Garderobenständer des Judenplatzes abgegeben. Wer die Freiheit predigt, sollte nicht am Trog derer fressen, die den öffentlichen Raum kommerzialisieren.
Neet to know: Anne Applebaum liefert am Judenplatz eine bestellte Performance ab, die vor allem durch eines glänzt: den völligen Mangel an Selbstreflexion über die eigenen Geldgeber. Während sie vor der Manipulation durch Algorithmen und fremde Mächte warnt, ist sie selbst Teil einer manipulativen Inszenierung, die Kritik im Keim erstickt. Ein trauriger Abend für den Journalismus und die Geisteswissenschaften, aber ein voller Erfolg für die Marketingabteilung der Erste Bank.

