Friedrich Merz - Screenshot YouTube - Runway FoB AI

Deutsche Regierung bunkert Umfragekosten: 38 Studien unter Verschluss

Während Kanzleramt und Ministerien im Wochentakt die Stimmung im Land abfragen, verschwinden die Honorare für den Steuerzahler im Panzerschrank.

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Chefredakteur | Chaos is Order. Do not fear the darkness.

Auf einen Blick: Die deutsche Bundesregierung hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 38 Meinungsumfragen bei 17 Instituten in Auftrag gegeben. Das steht in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 21/7693). Die Namen und Themen der Umfragen kommen auf den Tisch, jedoch nicht die Kosten. Begründung: Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, eingestuft als VS-NfD.

Friedrich Merz regiert das Land, das die Stimmung misst – und die Rechnung nicht zeigt. Das Bundespresseamt, direkt beim Kanzleramt und der Regierungskommunikation angesiedelt, ist mit Abstand der größte Auftraggeber. Wer mit Steuergeld Umfragen kauft, um Politik zu justieren und zu verkaufen, schuldet dem Souverän den Preis. Berlin schuldet ihn nicht.

Mauer des Schweigens

Die nackten Zahlen: Die Regierung liefert Institute und Themen. Beim Geld schaltet sie auf stur.

  • 17 Institute teilen sich den Auftragskuchen, darunter Forsa, Infratest Dimap und Ipsos.
  • 38 Umfragen allein zwischen 1. Januar und 30. Juni 2026.
  • Null Transparenz bei den Einzelhonoraren. Eine Veröffentlichung wĂĽrde den Wettbewerb der Institute verzerren, behauptet die Regierung.

Die Pointe: Die Umfragen selbst sind keine Verschlusssache. Verschlusssache ist nur, was sie gekostet haben.

Merz profitiert von der Lagekarte

AuftraggeberAnzahl Umfragen (H1 2026)Kern-Themen
Bundespresseamt (BPA)18Wirtschaftsmonitor, Migration, Klima, KI
Verteidigungsministerium (BMVg)3Sicherheitspolitisches Meinungsbild, V-Fall
Zivilschutz (BBK)3Warnstufen, Notfallanlaufstellen
Umweltbundesamt (UBA)2Freizeitlärm, Elektrogerätenutzung
Weitere Häuser (u. a. BfR, BMLEH, BMAS)12Risiko, Heimat, Sozialstaat

Anmerkung: 18 + 3 + 3 + 2 + 12 = 38. Das BPA allein macht fast die Hälfte. Das ist kein Forschungsprogramm. Das ist ein Stimmungsradar der Regierungszentrale.

Was will die Bundesregierung wissen?

Das groĂźe Ganze: Die Themenliste zeigt, wie weit der Staat in den Alltag greift:

  • Schimmelpilzgifte: Das Bundesinstitut fĂĽr Risikobewertung lässt prĂĽfen, was die Deutschen ĂĽber Mykotoxine wissen.
  • Freizeitlärm: Das Umweltbundesamt forscht bis 2028 an der „Lärmwirkung nächtlicher Freizeitaktivitäten“.
  • Heimatreport: Das Landwirtschaftsministerium ordert eine Studie zum GefĂĽhl der „Heimat“.
  • Sozialstaat: Das Arbeitsministerium lässt die Einstellung junger Erwachsener zum Sozialsystem prĂĽfen.

Warum das wichtig ist: Meinungsumfragen sind für die Bundesregierung längst Steuerungsinstrument, nicht nur Informationsquelle. Wer die Lage im Land vermisst, kalibriert Botschaften, Timing und Kampagnen. Dass genau diese Rechnungen als Geschäftsgeheimnis laufen, ist die eigentliche Meldung.

38 Umfragen in sechs Monaten. Das riecht nach einer psychometrischen TotalĂĽberwachung.

Frank sagt:
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