Auf einen Blick: Die Bundesregierung hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 38 Meinungsumfragen bei 17 verschiedenen Instituten in Auftrag gegeben. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 21/7693) hervor. Die Kollision: Die Regierung liefert zwar die Themenlisten, verweigert aber unter Verweis auf „Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“ jede Auskunft über die konkreten Kosten pro Auftrag.
Mauer des Schweigens
Die Bundesregierung schaltet auf stur, wenn es um das Geld der Bürger geht. Die Details zu den Honoraren wurden als Verschlusssache (VS-NfD) eingestuft:
- 17 Institute teilen sich den lukrativen Auftragskuchen, darunter Schwergewichte wie Forsa, Infratest Dimap und Ipsos.
- 38 Umfragen wurden allein zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 bestellt.
- Null Transparenz herrscht bei den Einzelpreisen. Die Regierung behauptet, eine Veröffentlichung würde den Wettbewerb der Institute verzerren.
Spitzenreiter der Demoskopiesucht
| Auftraggeber | Anzahl Umfragen (H1 2026) | Kern-Themen |
|---|---|---|
| Bundespresseamt (BPA) | 18 | Wirtschaftsmonitor, Migration, Klima und KI |
| Verteidigungsministerium (BMVg) | 3 | Sicherheitspolitisches Meinungsbild, V-Fall |
| Zivilschutz (BBK) | 3 | Warnstufen, Notfallanlaufstellen |
| Umweltbundesamt (UBA) | 2 | Freizeitlärm, Elektrogerätenutzung |
Kurioses und Strategisches
Die Themenliste zeigt, wie tief der Staat unseren Alltag überwacht:
- Schimmelpilzgifte: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) lässt untersuchen, was die Deutschen über Mykotoxine wissen.
- Freizeitlärm: Das Umweltbundesamt forscht bis 2028 an der „Lärmwirkung nächtlicher Freizeitaktivitäten“.
- Heimatreport: Das Landwirtschaftsministerium (BMLEH) ordert eine Studie zum Gefühl der „Heimat“.
- Sozialstaat: Das Arbeitsministerium (BMAS) lässt die Einstellung junger Erwachsener zum Sozialsystem prüfen.
Warum das wichtig ist: Die Bundesregierung nutzt Meinungsumfragen längst nicht mehr nur zur Information, sondern als strategisches Steuerungsinstrument für ihre PR.
- Dass die Kosten dafür als „Geschäftsgeheimnis“ deklariert werden, ist ein Schlag ins Gesicht der Transparenz.
- Wer mit Steuergeld Umfragen kauft, um seine Politik besser zu verkaufen, darf die Rechnung nicht vor dem Souverän verstecken.
38 Umfragen: Das riecht nach einer psychometrischen Totalüberwachung.
Frank sagt:

